Nina Behrmann - kerimaya.de

Empfehlungen

Wer schreiben will, muss lesen. Und dort draussen gibt es viel zu lesen. Hier findet ihr kleine Tipps für den Fall, daß euch einmal der Lesestoff ausgehen sollte :)

Ich muss mich outen: ich lese äusserst ungern ‘klassische’ (magische, mittelalterlich angehauchte Welt, Held/in geht auf große Queste) Fantasy. Was mit ein Grund dafür ist, warum ‘Die Zwerge’, ‘Die Trolle’, ‘Die Milchbrötchen’ und andere Bücher der neuen Fantasywelle bisher von mir nicht angefasst wurden. (Nichts gegen die Autoren aber Tolkien und Holbein haben da viel bei mir vers…pfuscht)
Claudia Kerns Debüt, ebenfalls Fantasy und ebenfalls ‘klassisch’, lässt mich an meiner Fantasy-Phobie ernsthaft zweifeln. Sie erschafft unglaublich kantige, komplizierte und auch schmerzhafte Charaktere, die unter anderem dadurch so lebendig werden, daß jeder sich in ihren Schwächen wiederfinden kann.
Die Sprache ist gradlinig, schlicht und schafft genau deshalb so dichte und plastische Bilder.
‘Sturm’ ist der Auftakt einer Trilogie (noch so ein Fantasy-Ding, aber in diesem Fall bin ich froh drum) und ebnet den Weg für ein ganz großes Epos. Ich warte gespannt auf die kommenden Bände!

Ein Schreibratgeber, wie man ihn sich wünscht. Stephen King ist vielen ‘nur’ als Horroautor bekannt, was ich sehr schade finde. Vor seinem Durchbruch arbeitete er als Lehrer für kreatives Schreiben und deshalb dreht sich in seinem Buch auch ein Großteil der Kapitel um den Gebrauch von Sprache und wie man sie bestmöglichst anwendet. Zusätzlich gibt es auch ein-zwei kleine Schreibaufgaben, Tipps zum Bewerben und einen wundervollen Blick auf das Schreiben an sich, wie ihn nur jemand vermitteln kann, der das Schreiben so sehr liebt, wie Stephen King.
Für Fans des Autors sind natürlich die Anekdoten und der Teil über sein Leben besonders interessant, aber auch jedem Nicht-King-Lese-aber-dafür-angehender-Schriftsteller kann ich diesen Ratgeber nur wärmstens empfehlen.

Wenn man in 12 Tagen die Asche eines Verstorbenen trinkt, verliert man jede Erinnerung an den Toten – das ist die Legende, die Jackie, eine junge Grosstadtpflanze im Kopf hat, als sie sich vornimmt, die Asche ihrer Ex-Freundin Noah zu trinken. Was sich wie eine Fantasy Legende anhört, ist in Wahrheit ein sehr sensibler Comic über das Abschied nehmen und die Kreise, die verlorene Freunde, Verwandte und Geliebte noch ziehen, selbst, wenn sie aus unserem Leben verschwunden sind.
Der Comic von June Kim ist bei Tokyopop erschienen und erhielt dadurch das – völlig unpassende – Label ‘Manga’, ich würde eher sagen, es ist ein Comic. Die Zeichnungen sind sehr stark westlich geprägt und überzeugen mit schlichter Schönheit und einem überwältienden Detaillreichtum. Wer ein wenig nachdenkliche Geschichten über das Leben mag, sollte unbedingt zugreifen.